Heute mache ich mich auf den Weg zur Barker Hut. Es ist schon länger eine Hütte gewesen, die auf meiner to do Liste stand. Sie liegt hoch in den Bergen und ist von Gletschern umgeben. Die Wanderung tauchte durch Zufall im Kalender vom Christchurch Tramping Club (CTC) auf. Ich meldete mich sofort an. Heute ist es soweit. Es geht los. Ich treffe mich mit 4 anderen Wanderern nach der Arbeit um 16 Uhr. Gemeinsam fahren wir in den Arthurs Pass. Den ersten Teil der Wanderung kenne ich schon.
Unser Ziel ist es heute die Carrington Hut zu erreichen. Auf dem Weg machen wir Stop an der Anti Crow Hut, in der wir einen weiteren Wanderer vom CTC treffen. Nach 5 min gehts weiter. Die Dämmerung sitzt uns im Nacken. Wir haben kaum die nächste Flussbiegung erreicht als es so dunkel wird, dass wir unserer Kopftaschenlampen raus kramen und aufsetzten. Es ist schwierig die Wegmarkierungen im Dunkel zu finden. Wir laufen auf der Flut Route. Die Flut Route ist für Zeiten gemacht in der der Fluss soviel Wasser führt, dass man nicht im Flussbett laufen kann. Er ist steil und am Hang. Es ist 10:30pm und mein langer Tag macht sich bemerkbar. Ich bin müde. Ein Glück merkt auch der Trip Leader die Sinnlosigkeit im Dunkeln weiter zu laufen. Wir brauchen das dreifache der üblichen Zeit. So wird gemeinsam beschlossen den nächsten möglichen Campspot zu finden. Ich glaube ich habe selten mein Zelt so schnell aufgebaut, wie heute Nacht. Ich habe gerade den Reisverschluss zugezogen und mich gestreckt und weg war ich.
Ich wache pünktlich zur Dämmerung auf. Ich beeile mich aus den Zelt zu kommen. Es lohnt sich die Sonne taucht das Tal in ein warmes Licht.


Nach dem Frühstück geht es los. Wir wollen heute bis zur Barker Hut.

Durch den Teil den wir gestern nicht mehr geschafft haben liegen heute 2 weitere Stunden vor uns. Das Tal wird immer enger und hinter einer Biegung und 200 Metern durch den Wald stehen wir schließlich vor der Carrington Hut. Wir machen einen Stop für ein zweites Frühstück.

Bis hierhin bin ich schon mal im Winter gelaufen. Der nächste Teil zur Barker Hut ist Neuland für mich.

Auf geht’s! Nach ein paar hundert Metern müssen wir schließlich über die Felsen im Flussbett klettern.

Eine weitere halbe Stunde später haben wir unser erstes River Crossing. (Fluss Überquerung)

Es ist unvermeidlich nasse Füße zu kriegen. Im ersten Moment ist es erfrischend. Es ist nicht so unangenehm wie ich erwartet habe, mit nassen Schuhen zu laufen. Von hier an geht es immer weiter leicht bergauf. Die Route führt uns das Bachbett bergauf.

Schließlich bleibe ich stehen. Vor mir sehe ich einen roten Punkt in der Landschaft. Es ist die Barker Hut, die vor uns auf einem Felsen liegt. Der Weg geht von hier aus steil den rechten Hang hoch. Wir müssen eine Schlucht umgehen die für uns zu gefährlich ist. Es ist dichte Vegetation hier. Als wir schließlich den Anstieg hinter uns haben machen wir ne Stunde Mittagspause. Ich ziehe mir meine Regenjacke an um meine Haut vor den starken Sonnenstrahlen zu schützen. Etwas essen und ein kleines Nickerchen, dann gehts weiter. Mein Rucksack wird immer schwerer.
Nach ner Weile geht der Weg wieder runter zum Flusslauf. Eine Frau aus unserer Gruppe schreit plötzlich „STEIN“!!
Der Stein der den Berg hinab rollt verfehlt nur knapp einen aus unserer Gruppe. Fortan sind wir noch vorsichtiger. Ich brauche immer wieder 2-3Minuten Pausen. Die andern gehen immer weiter vor. Schließlich sind wir am Fuße des Hügels auf dem die Barker Hut sitzt. Der Anstieg zieht sich in die Länge. Ich brauche doppelt so viel Zeit wie die andern bis ich schließlich doch noch die Barker Hit erreiche. Mir steht der Schweiß auf der Stirn.

Die anderen haben es sich schon gemütlich gemacht. Wir treffen auf noch mehr Hiker. Schließlich ist unsere CTC Gruppe komplett.

Ich quatsche ganz nett mit einer anderen Deutschen ( sie ist die stehende Person. Auf dem Foto)


Hinter mir sieht man das Tal das wir den Tag über hinauf gewandert sind.

Entspannt blätter ich in einem der Wandermagazine aus der Hütte. Der Sonnenuntergang ist grandios. Das Wetter ist so gut das ich noch nicht mal mein Zelt aufbaue. So bekomme ich mit wie früh morgens gegen 5 Uhr die ersten von unserer Gruppe sich auf den Weg machen Mount Murchison zu erklimmen.

Ich schlafe lieber noch 2 Stunden. Als ich die Augen wieder öffne ist es schon hell. Direkt neben mir blüht ein Edelweiß. Es ist das neuseeländische Edelweiß. Ich kann euch nicht genau sagen wie es sich von europäischen unterscheidet.

Nach dem wir gefrühstückt haben, (Ich habe auch den Rest schon gepackt) gehen wir auf eine kleine kletter Partie zu einem Punkt von dem aus wir den Gletscher sehen können. Wir wollen wissen wie weit es die 4 von heute morgen es geschafft haben.

Und tatsächlich sehen wir sie. Es sind 4 schwarze Punkte. Sie sind so klein das ich sie euch mal auf dem Foto unten eingekreist habe. Sie sind schon auf dem Rückweg. Auch wir machen uns auf dem Rückweg. Die 4 werden später zu uns dazu stoßen.

Wir steigen heute bis zur Carrington Hut bergab. Von dort geht es morgen zurück zu den Autos und heim nach Christchurch. Meine Erkenntnis vom Trip ist, dass ich effizienter packen muss. Ich hatte viel zu viel essen und unnötige Sachen dabei. Mein Rucksack war viel zu schwer für den Trip.