„Komm mal schnell“ höre ich Siegfried rufen. Ich lasse alles stehen und liegen und Eile zu ihm auf den Balkon. „Schau mal, dort brennt es!“

Ich wähle sofort 111, es dauert fast eine Minute bis ich schließlich jemanden an der Strippe habe und mir versichert wird, dass die Feuerwehr schon auf dem Weg ist. Wir beobachten das Feuer. Es frisst sich durch die trockene Wiese bergauf auf die Häuser zu. Es ist 36 grad und auch die letzten Tage waren sehr heiß.
Ich laufe die Straße den Berg hoch um von einem andern Blickwinkel zu sehen ob der Wind das Feuer in unsere Richtung drückt.

Schließlich kommt die Feuerwehr erst mit einem und dann mit 4 weiteren Löschfahrzeugen. Das Feuer hat sich mittlerweile sehr weit ausgebreitet doch von oben kann ich sehen das es auf der anderen Seite des Tals a zu bleiben scheint.

Und dann auf einmal höre ich ein Hubschrauber. Krass durch den Rauch kommt ein Hubschrauber das Tal hoch. Es ist ein spezieller Lösch-Helikopter, der unten am Meer Wasser aufnimmt und hier oben abwirft. Im Minutentakt kommt er nun wieder und Hilft den Flächenbrand einzudämmen. Nach 10 min kommt sogar noch ein zweiter hinzu.. 
Das Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle. Es hat zwar kein Haus erwischt, doch große Teile der Vegetation sind abgebrannt. Da unser Haus nun außer Gefahr ist können wir wie geplant zu unserer Nachmittagswanderung aufbrechen. Siegfried, Leane und ich wollen heute zum Mount Sunday fahren. Dies ist der Hügel auf dem man in „Herr der Ringe“ die Stadt Edoras sehen kann.
Der Berg liegt auf dem Grundstück von einer rosigen Farm die hier in Neuseeland auch „station“ genannt werden. Als wir schließlich von der Hauptstraße auf die Schotterpiste zur Mount Potts Station erstreckt sich eine unglaubliche schöne Landschaft von gelben Hügeln vor uns. In der Ferne machen wir sogar Schnee aus. Und das wohlgemerkt im Hochsommer. Ja, die Jahreszeiten in Neuseeland sind genau entgegengesetzt von den in Deutschland.


Schließlich geht führt uns die Straße leicht bergab. „Da seht ihr ihn?“ Vor uns liegt Mount Sunday. Der Berg wirkt eher wie ein kleiner Hügel zwischen den Bergmassiven die ihn umgeben. Die Straße führt uns immer dichter an den Berg heran.

Schließlich erreichen wir einen Parkplatz und machen uns auf den Weg den Hügel zu erklimmen. Es ist eine leichte Wanderung. Nach 45 min haben wir den Gipfel erreicht. Hier werden wir von starken Wind empfangen. Da wir auf der Wind abgewandten Seite hoch kamen staunen wir nicht schlecht. An einen Flug mit Siegfrieds Drone ist nicht zu denken. Wir genießen das 360 Grad Panorama und die Sicht auf die Gletscher in den Seitetälern. Das Abendlicht taucht die Landschaft in ein warmes Licht. Beschwingt von der Aussicht machen wir uns entspannt auf den Rückweg. Im Auto warten unsere selbstgeschmierten Brötchen auf uns.

Nach 2,5 Stunden sind wir zurück in Christchurch und fallen alle erschöpft in unsere Betten.