Das Wetter in Queenstown ist heute grau. Die Wolken hängen tief im Tal. Beim checken der Wetterprognose sehen wir das es für Wanaka eine besser Prognose gibt. Nach einem entspannten Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Wanaka. Es ist eine ca. 1 stündige Autofahrt. Schon von der Tankstelle in Wanaka sehen wir den Berg vor uns liegen: Roy’s Peak. Die Wolken lassen hier zwar ab und zu ein paar Sonnenstrahlen durch aber es bleibt dabei: Heute ist wechselhaftes Wetter. Als wir den Parkplatz und somit den Startpunkt der Wanderung erreichen, sind Siegfried uns Sinisa nicht sonderlich begeistert. Sie haben sich eine bessere Sicht erhofft. Na den, denke ich mir, und mache mich alleine auf den Weg nach oben. Die beiden wollen in der Stadt auf mich warten.

Der Weg ist zwar nicht sonderlich Steil, aber dafür lang. Man sollte sich hier seine Kräfte gut einteilen. Ich mache schon bald die erste Pause und trinke ein wenig Wasser. Nach ca. 45 min werde ich überrascht. Irgendwer ruft meinen Namen. Es ist Sinisa, der sich spontan doch noch entschlossen hat mitzukommen und mir hinterher gelaufen ist.

Er ist bei weitem besser trainiert als ich. Wir blicken nach oben und können den Bergkamm über uns sehen. Gefühlt ist der Kamm zum Greifen nah, aber der Weg will einfach nicht aufhören.

Es kommen die nächsten Wolken über den Bergkamm und je höher wir den Berg hochlaufen umso schlechter wird die Sicht. Sinisa beschließt schließlich vorzulaufen um evtl. noch ein paar gute Fotos von oben machen zu können.

Als ich schließlich den ersten Aussichtspunkt erreiche sehe ich mehr weiße Watte um mich als Landschaft. Es ist kalt und nachdem sich innerhalb von 5 Minuten nix getan hat mache ich mich auf das letzte Stück weg hinauf zum Gipfel. Ich stapfe durch immer mehr matschigen Schnee bis ich kurz vor dem Gipfel. Die letzen 50 Meter sind vereist und ich versuche die Eisfreien stellen zu finden um letzten Endes den Funkmast auf dem Gipfel zu erreichen. Hier wartet ein zitternder und enttäuscht drein blickender Sinisa auf mich.

Ich gebe zu es ist nicht die Postkkartenansicht die sich uns bietet. Ich nehme es wie es ist. Als die Wolken für einen Bruchteil einer Minute aufreißen habe ich Glück und kann noch ein paar Fotos von Sinisa auf dem Bergkamm machen. In der Hoffnung auf weitere Wolkenlöcher wäre ich noch etwas länger, während Sinisa sich grummelnd auf den Rückweg macht. Die Hoffnung ist vergebens und schließlich wird es mir, trotz der Handschuhe die ich mir eingepackt habe, zu kalt. 🥶

Auch ich mache mich auf den Rückweg. Als ich unter die Wolkendecke komme erblicke ich Sinisa vor mir. Es ist ein dramatisches Setting. Ich zücke meine Kamera und halte es fest um es ihm später zu zeigen.
