Avalanche Awareness Kurs

Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf den Blog von zwei Canadiern gestoßen, die einen großen Mountainiering Kurs mit dem Alpine Club New Zealand gemacht haben. Seit dem träume ich auch davon in den Schnee bedeckten Bergen wandern zu gehen. Einstieg hierfür ist ein Kurs der einen beibringt wie man Lawinengefahr richtig einschätzt und was man macht wenn Freunde von einer Lawine begraben wurden.

Der Kurs beginnt an einem Freitag Abend mit einer drei Stündigen Presentation. Wir lernen die Theorie. Wie entstehen Lawinen, was für Arten von Lawinen gibt es, in welchen Gelände sie auftreten und wie wir sichere Spots im Gelände finden.

Im Anschluss probieren wir Equipment an das wir uns für den praktischen Teil am nächsten Tag leihen.

Am Samstag fahren wir hoch in das Mount Hut Ski Gebiet etwa 1,5 Stunden von Christchurch. Damit wir noch einen Parkplatz an der Obersten Station bekommen, brechen wir um 6:15 Uhr auf.

Der Sonnenaufgang auf dem Weg ist ein wunderschön.

Wir haben Glück und können alle noch auf dem oberen Parkplatz parken.

Wir beginnen den Kurs in einem kleinen Café mit einer Kennlernrunde. Unser Kursleiterin ist eine andere als gestern. Im Anschluss bekommen wir alle ein Fahrtticket für den Lift. Wir fahren zum Berggipfel und werden später zu Fuß durch den Schnee wieder nach unten kommen.

Das Wetter ist überwiegend sonnig. Hin und wieder ziehen mal wieder ein paar Wolken durch.

Wir lernen wie man mit dem Lawinensender umgeht. Es ist ein kleines Gerät das zwei Funktionen hat:

  • Senden
  • Suchen

Beide muss man auf Funktionstüchtigkeit prüfen bevor man auf Tour geht. Im Zweifelsfall hängt davon das eigene Leben ab. Während man auf Tour ist hat man das Gerät im Sendemodus. Man trägt es am besten unter der äußersten Jacke, damit es einen in einer Lawine nicht vom Körper gerissen wird, man es aber auch schnell zugänglich hat falls man nach verschütteten Menschen suchen muss.

Wenn also Menschen verschüttet wurden stellt man sein eigenes Gerät in den Such Modus. Das Gerät Empfängt dann das Signal der verschütteten. Im Display wird einen eine Meter Angabe und eine Richtung gegeben. Man folgt also den Pfeilen und wenn man auf 3 Meter an der verschütteten Person ist geht man auf die Knie um den den Lawinen Sender dichter an die verschüttete Person zu bringen.

Wenn man das Signal eingegrenzt hat holt man seinen Probe raus. Dieser ist mit einer langen Zeltstange zu vergleichen. Mit diesen 2,5 Meter langen Probe sticht man an der Stelle wo man die Person vermutet in den Schnee.

Man sticht solange in größer werdenden Kreisen bis man die Person sicher gefunden hat. Ich Merk das daran das der Probe nicht soweit in den Boden geht wie woanders. Dies ist ein Zeichen dafür das hier ein Mensch im Schnee verschüttet liegt. Ich hole meine Schneeschaufel aus dem Rucksack und fange ca. einen halben Meter bergab an den Schnee weg zu graben.

Wichtig ist alles so schnell wie möglich zu machen, da es bei der Rettung auf Minuten ankommt. Nach 10 Minuten unter dem Schnee singt die Überlebenschance dramatisch.

Jeder von uns übt diesen Prozess einmal. Im Anschluss machen wir gemeinsam Mittagspause. Nach der Mittagspause ist es Zeit sich auf den Rückweg zu machen. Zu Fuß folgen wir einen Bergkamm bergab. Immer wieder stoppen wir damit uns unsere Leiterin fragen über das Gelände stellen kann. Es geht darum das wir Lawinen gefahren erkennen und vermeiden können.

Auch die Sicherheitszonen zu erkennen in denen man vor Lawinen geschützt ist gehört zum Prozess. Schließlich erreichen wir die Basis Station vom Lift und freuen uns alle über die Wärme die uns im Café empfängt. Nach einer Abschlussrunde ist der Kurs vorbei und wir machen uns auf den Rückweg mach Christchurch. Ich bin erschöpft und Glücklich. Auch wenn ich gehofft hatte noch mehr in die Berge zu wandern, habe ich doch Lunte gerochen. Der nächste Kurs wartet bestimmt auf mich…😉