Endlich Arbeit

Der LOCKDOWN kam ungünstig. Gerade war ich noch am Weintrauben ernten, da kam die Nachricht: Wir stoppen alles! Wir dürfen unser Hostel nicht mehr verlassen. Es war schwierig für mich keine finanzielle Rücklage zu haben. Aber Gott sei Dank habe ich Familie und Freunde, die mir aushalfen. Die Miete konnte ich auch schieben.

So war die Situation für einige Backpacker in unserem Hostel. Die Job Situation war mehr als mau. Doch einen Hoffnungsschimmer gab es AC Viticulture suchte nach Menschen fürs pruning und wrapping. Wie es der Zufall wollte bewarb sich das halbe Hostel. Anette, die Hostel Leiterin ermöglichte uns den Van vom Hostel zu nutzen. Die Verträge unterschrieben wir noch während des Lockdowns. Die Sicherheitsunterweisung fand auf einer großen Wiese statt auf der wie immer 2 Meter Abstand zum nächsten Menschen halten mussten. Am Montag morgen gehts dann auf den Vineyard.

Wir fahren 30 min aus Blenheim ins Spy Valley. Die letzte Farm im Tal ist unsere. Sie heißt Tyntesfield.

Hier werden wir von Ben, dem Besitzer, und Nick unserem Supervisor begrüsst. Zusammen mit Ashish bringen sie uns bei wie wir die Weinstöcke beschneiden.

Aus dem Hauptstrunk kommen viele kleine Weinreben raus. Unser Job ist es davon zwei, drei oder vier, je nach Pflanze stehen zu lassen und die anderen abzuschneiden.

Die abgeschnittenen Reben ziehen wir raus und schneißen sie auf die Erde. Die übrigen werden um Drähte gewickelt und am Ende mit einem Clip fest gezwirbelt. Klingt vielleicht einfach ist aber tatsächlich komplizierter, da es dabei noch Kleinigkeiten zu beachten gibt.

Und schnell sollen wir natürlich auch sein. 2 Reihen am Tag ist das Ziel. In einer Reihe sind ca.135 Weinstöcke. Ich bin auch nach einigen Wochen bei 1,5 Reihen.

Nach einer Woche entscheidet sich Ben uns zu übernehmen. Die Arbeit ändert sich nicht. Nur den Papierkram müssen wir erneut ausfüllen. Die Arbeit ist entspannt. Wir haben keinen mehr der uns zum schnelleren arbeiten antreibt.

Immer mehr merkt man das es Winter ist/wird. Einige Tage haben wir Bodenfrost. Bis zur ersten Pause zieht mir die Kälte in die Füße. Danach ist die Sonne meistens soweit oben das es warm genug wird.

Das Wetter ist sehr wechselhaft. Nur bei Regen arbeiten wir nicht. Doch da Blenheim für die meisten Sonnentage in Neuseeland bekannt ist, passiert das selten. Mit der Zeit freue ich mich wenn ich morgens auf den Vineyard komme und die Reihen sehe die wir schon fertig beschnitten haben. (Siehe Foto unten)

Doch auch die Tage werden mit der Zeit kürzer und wir fangen mittlerweile schon vordem Sonnenaufgang an. Ich meine damit den Moment wo die Sonne über den Horizont auftaucht. Es ist interessant wenn man auf einmal merkt wie die ersten Strahlen der Sonne auf die Weinreben treffen. Es ist fast so als würde jemand das Licht anmachen.

Beim arbeiten und in den Pausen lernt man sich kennen. Ich habe ein paar sehr interessante Menschen dort getroffen. Einer ist Clement. Er ist Franzose und reist schon sein halbes Leben. Immer ein Jahr unterwegs und ein Jahr zuhause erzählt er mir. Angefangen hat er mit Anfang 20 in Australien. Danach kam Südamerika, Afrika, Südostasien und nun ist er hier in Neuseeland. Sein nächstes Ziel ist Canada. Die Geschichten die er über seine Reisen zu berichten hat fazinieren mich.

Ein weiterer Backpacker ist Javier. Er kommt aus Berlin. Zum ersten Mal begegneten wir uns vor dem Lockdown bei der Wein Ernte. Er ist ein wenig verrückt, da er sehr viele Drogen ausprobiert. Er hat einen schönen Humor und ich mag es mit ihm während der Arbeit einfach mal Quatsch zu reden.😂

Und natürlich sind Sebastian und Sinisa nicht zu vergessen. Mit den beiden will ich später noch einen Roadtrip machen. Zu den beiden also später mehr.

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