Arbeiten auf dem Vineyard

Jeder Urlaub geht irgendwann zu Ende. Es war Sonntag und wir brachten Isabel zum Flughafen. Es war eine schöne Woche die Anjin und ich mit ihr zusammen auf der Südinsel verbracht haben. Aber für Isabel ging es jetzt wieder zum arbeiten zurück nach Auckland.

Und es dauerte nicht lange bis auch für uns die Arbeit los ging. Ich war ein wenig aufgeregt. Ich habe schließlich noch nie Weintrauben geerntet. Pünktlich um acht Uhr wurden wir abgeholt. Es ging per Autokolonne zum Vineyard 20 min außerhalb von Blenheim. Dort abgekommen bekamen wir alle die obligatorischen Warnwesten 🦺 und eine Schere. Anschließend zeigte man uns Büschel von Weintrauben die krank oder schimmelig waren und die wir auf keinen Fall ernten sollten.

Los ging’s!

Wir arbeiten immer in zweier Teams immer einer auf der einen und einer auf der anderen Seite der Weinreben, sodass man keine Trauben an den Reben übersehen konnte. Die Weinreben wachsen an Drähten die wiederum um große Holzpfeiler gewickelt sind.

Wir arbeiten immer von einem Holzpfeiler zum nächsten. Das nannte sich dann eine „Bay“. Wenn man seine Bay fertig hatte ging man die Reihe weiter bis zur nächsten freien Bay und begann die selbe Arbeit von vorne. Die Weintrauben die wie Abschnitten ließen wir in eine schwarze Kiste fallen die wenn sie voll war so ca.15kg wog. Am Tag ernteten wir meist so an die 30 Tonnen.

Ich liebe es zum Sonnenaufgang die Arbeit zu beginnen. Es war meist noch sehr kalt. Aber später nach der ersten Pause wurde es meistens wärmer.

Mit Sorgen verfolgten auch wir die Entwicklung von den Corona Zahlen in Neuseeland. Nach einer Woche fing es an sich auch auf unseren Job auszuwirken. Wir mussten uns vor jeder Pause die Hände waschen. Es gab extra Wassercountainer dafür. Unser Chef Tony Tat wirklich alles um es für uns so sicher wie möglich zu machen.

Es kamen fast täglich neue Auflagen hinzu. Der nächste Schritt war das wir beim arbeiten immer zwei Meter Abstand halten sollten, was schlichtweg unmöglich war. Aber wir taten unser bestes. Dann wurden wir in Gruppen aufgeteilt nach den Hostel in denen wir wohnten. Jedes Hostel bekam seine eigene Reihe zugeteilt. Wir machten getrennte Pausen und vermieden den Kontakt zu allen aus dem Team die nicht mit uns im selben Hostel schliefen.

Am vorletzten Tag (damals wussten wir es noch nicht) gab es eine Ansage von Tony, dass wir nun alle in das selbe Hostel umziehen müssten, oder morgen keine Arbeit mehr hätten. Die Situation kozte mich mehr und mehr an. Bei den wenigen was wir verdienten sollten wir nun auch noch in ein teureres Hostel umziehen?

Naja uns blieb ja keine Wahl. Gott sei Dank war es dann doch bloß 10$ teurer als das vorherige und dafür aber auch um Ecken besser von der Ausstattung als auch der Sauberkeit. Wir arbeiten noch einen Tag und bekamen am Abend die Ansage das am nächsten Tag frei wäre da es regnen sollte. Am besagten Regentag erreichte uns dann ein Brief von Tony im Hostel das aufgrund erhöhter Bedenken vom Vineyard Besitzer die Arbeit eingestellt würde. Einen weiteren Tag später begann der LOCKDOWN. Dazu später mehr.

Alles in allem muss ich sagen hat mir die Arbeit auf dem Vineyard echt Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen. Die Umstände von Corona haben uns halt leider ein Strich durch die Rechnung gemacht. So was kam man einfach nicht planen…😉