Am 4.Januar ist es soweit. Der Startschuss für den Ausbau des Van’s ist gefallen. Wir haben uns zwei Platten Muliplex aus dem Holzmarkt geholt. (Multiplex ist aus mehreren lagen zusammen geleihmt und sieht von oben betrachtet wie Vollholz aus.
Um die Platten für den Boden möglichst maßgenau zuschneiden zu können fertigen wir uns zunächst ein paar Schablonen aus sehr dünnem MDF an. (MDF- Mittel dichte Faser Platte) Das ganze sieht dann so aus.

Als nächstes müssen wir uns um die festmachung kümmern. Die Löcher für die Bolzen bohren wir hierbei mit einem alten Handbohrer den wir noch bei Alex gefunden haben.

Leider stellen wir fest das die Schrauben aus dem Baumarkt nicht das richtige Gewinde haben. Doch es dauert nicht lange und Jane, die Frau bei der wir Weihnachten gefeiert haben und derzeit wohnen, eilt uns zur Hilfe. Nachdem wir bei der Autowerkstatt und einem Autogeschäft gewesen sind werden wir bei Linz fündig. Es ist eben nicht leicht Metallschrauben mit einem nicht-metrischen Gewinde zu bekommen. Doch nun kann es endlich weiter gehen.

Auch die Trennwand zwischen unserer späteren Küche und dem Bett muss fest verschraubt werden, da wir an ihr später noch einiges fest machen wollen. Hierfür nutzen wir am Boden die alten Fixierungen der Autositze und biegen uns aus einem Metallband noch Winkel zurecht. Oben können wir normale Winkel nutzen die wir an den Löchern der Handgriffe fest schrauben. Weiter geht es mit der Planung des Stauraums unter dem Bett. Herrausforderung: Massageliege. Doch auch dies lässt sich lösen. Wir entscheiden uns mittig eine Reihe von drei Boxen zu bauen und im hinteren Bereich ein großes Multi-Funktions-Fach zu machen, in das dann auch hoffentlich die Liege passt. Und wieder beginnt der Prozess von vorne. Ein Prozess der sich noch viele Male wiederholen wird bis wir endlich fertig sind: Schablone schneiden – Holz schneiden – Holz und Kanten schleifen – und mit Hartwachs behandeln.

Die Zeit macht sich ausgezahlt und schließlich haben wir die drei Boxen fertig. Nun geht es an die Deckel. Hinten über dem Multi-Funktions-Fach wollen wir uns ein Lattennrost bauen. Doch zunächst bauen wir uns aus Balken eine Konstruktion zum Lagern der Massageliege.

Nächster Punkt sind die Platten hinter den Autositzen. Diese sollen flexibel sein und sich als Rückenlehne Hinter unseren Boxen einsetzen lassen, sodass wir später auch mal Tramper mitnehmen können. Um diese hinter den Autositzen auf die richtige Höhe zu bekommen bauen wir uns ein kleines Regal. Hierzu bietet uns Alex an ihr recycled Palettenholz zu nutzen. Und welch wunder – nach einigem Schleifen – kommt wunderschönes Holz zum Vorschein.

Anjin ist in der Zwischenzeit auf die geniale Idee gekommen unsere Platten hinter den Autositzen mit den Deckeln unserer Boxen über eine Schwalbenschwanz Verbindung miteinander zu verbinden. Während er sich um diese Kümmert werkle ich weiter am Lattenrost. Dieses muss der Dachform angepasst werden um es voll öffnen zu können.

Hier drunter sieht man das setup für die Rückbank. Die Schwalbenschwänze sind schon halbfertig. Das Lattenrost fehlt noch.

Ein paar Tage später ist es geschafft der Ausbau vom vorderen Teil ist abgeschlossen. Wir haben netter Weise von Christine und Thomas noch zwei Schaumstoffmatrazen bekommen. Aus den beiden und der einen von uns schneiden wir uns die vier passenden Stücke die wir für unseren Van brauchen. Alex hilft uns mal wieder auf Nearbourly nach einem Stoff zu schauen um den Schaumstoff mit einer Hülle zu umgeben. Außerdem gibt sie uns den Kontakt zu einer Frau die eben dies für uns bewerkstelligt. Wir machen uns in der Zwischenzeit an den Ausbau der Küche.

Ach nicht zu vergessen ist die Hilfe von Jeff, nicht nur mit Werkzeug, sondern auch mit einem Metallteil zur Fixierung unser Rückenlehne für die Rückbank, hat er uns geholfen.

Beim Ausmessen unsere Küche mussten wir leider Feststellen das wir das Waschbecken nicht in die Arbeitsfläche einlassen können da es von der Höhe der Wassercontainer nicht hin haut. Auf der Linken Seite lassen wir dafür den Kocher ein, sodass er mit der Küchenplatte abschließt. In dem Raum dahinter entstehen zwei Fächer für Gewürze und Tee’s sowie links ein großes Fach für Soßen und Sonstiges. Und auf meinen Wunsch hin bauen wir sogar eine Besteckschublade. Nicht etwa auf die schnelle Art, sondern viel feiner mit Schwalbenschwanzverbindung und Vollholzführung.

Dadurch können wir nicht nur auf teure Auszüge verzichten, sondern es sieht auch einfach wahnsinnig cool aus.

Und käme ich nicht wieder an wäre die Schublade schon lange fertig. „Bücherregale will der Kerl noch haben“, meint Anjin erstaunt. Es wird gemessen und geplant. Dann die bekannten Schritte der Holzbearbeitung. Unten die beiden Bretter für das Regal,die wir aus Jane’s Holz raussuchen durften.

Angebracht wird das Regal an den Stellen wo die Handgriffe saßen. Hinten wird es an der Trennwand verschraubt.

Den Küchenausbau machen wir überwiegend bei Jane. Sie hat eine tolle Werkstatt. Leider ist sie in die Jahre gekommen und die meisten Werkzeuge mehr Deko Objekte als wirklich nützlich. So steckte Anjin viel Zeit in das schleifen von Hobeln und anderen Messern. Bei der Gelegenheit wurden auch gleich Jane’s Äxte mit geschliffen. Die große Überraschung dann als Jane aus ihrem Urlaub zurück kommt und Anjin ihr die fertige Schublade zeigt. Sie büggt sich und zieht aus einer entlegenen Ecke eine Oberfräse.


Schließlich fehlen uns noch die Klappen für das Gewürz und das Tee Fach. Diese sollen aus Glas sein und einen Holzrahmen haben. Ganz schön viel Arbeit die sehr genaues arbeiten erfordert (Schlitz- und Zapfen-Verbindung mit Innenfalz. 32 sehr exakte Sägrschnitte. „Mitte Riss“ Heißt: Du ziehst eine Linie mit einem spitzen Bleistift und schneidest so, dass die Hälfte des Striches stehen bleibt. Ein halber Millimeter mehr oder weniger und das Holz platzt auf oder die Verbindung hält nicht. -Anmerkung des Tischlers.)


Am Ende wird die Zeit knapp aber am Sonntag lerne ich noch wie man mit einem Glasschneider Glas auf die entsprechenden Maße brechen kann. Das Glas kommt von Jane aus einem Alten Fenster Rahmen den sie noch im Garten stehen hatte. Es reicht perfekt für unsere Zwecke. Beim Waschbecken sind wir dann doch bei einem Keramik Waschbecken gelandet und ein Spiegel darf schließlich auch nicht fehlen. Hinten sieht man die aufgeraute Fläche auf die der Spiegel dann geklebt wird.

Was für eine Erleichterung. Und am Sonntag Abend ist alles fertig gepackt. Am Montag morgen macht Anjin noch eben die Werkstatt sauber während ich unsere Bananencartongs, die wir nun nicht mehr brauchen zum Recycling Center bringe.