Ihumatao

Durch ein Plakat in der Innenstadt werden Isabel und ich auf einen Protest aufmerksam. In Ihumatao versucht die Polizei ein von Maori besetztes Gebiet zu räumen. Ohne Erfolg – die Solidarität ist groß und innerhalb weniger Tage versammeln sich ein paar Hundert Menschen um friedlich gegen die Räumung zu protestieren.

Doch nun zurück zum Anfang. Laut einer alten Maori Legende ist hier eins der ersten Waka (=maoris he’s Kanu) in Neuseeland gelandet. Es gibt hier Fundamente von einer alten Maori Siedlung im Boden und noch klar sind die alten Stuffenförmigen Gärten zu erkennen. Es ist für die Maori ein heiliges Gebiet auf dem sie regelmäßig ihre Rituale durchführen.

Und nun muss ich nochmal ausholen. Am 06. Februar 1840 unterzeichneten viele Anführer der Maori einen Vertrag mit der britischen Krone um den Frieden im Land zu wahren. Gleichzeitig wurde ihnen damit im Vertrag der Status als Britischen Untertanen gewährt. Und Britannien schwor sie gegen andere Kolonial Mächte wie Frankreich zu verteidigen. Auf der anderen Seite wurden die Souveränitätsrechte von bestimmten Landstücken von den Maori an die britische Krone abgegeben. So kam es das das Stück Land, Ihumatao, an eine schottische Farmerfamilie geriet und von diesen 2016 an eine große Investment Firma verkauft wurde. Diese planen nun alles platt zu wälzen und Reihen Häuser auf diesem Land zu bauen.

An dem Tag an dem wir den Protest beitreten sehen wir immer wieder neue Gruppen ankommen, die zeremoniell von den Maori Anführern im Zelt, dass als Marae (=maorisches Versammlungshaus) fungiert, empfangen werden. Bei der Begrüßung singt erst eine Frau von den Gastgebern worauf einer aus der Gruppe der Gäste mit Gesang antwortet. Dann betritt die Gruppe begleitet von den Gesang der Gastgeber das Marae. Hier setzt man sich gegenüber und stellt sich gegenseitig vor. Dabei erwähnt man nicht nur seinen Namen sondern auch seinen Baum seinen Berg und sein Wasser von dem man kommt. Im Anschluss erzählt man warum man gekommen ist und bespricht weiteres. Alles wird dabei in maorisch übersetzt.

Ich selbst bin vor allem auf den Spaziergang über das Gelände gespannt der am Nachmittag stattfinden soll. Wie soll das gehen, wenn die Polizei alles mit Bauzäunen abgesperrt hat? Man erklärt mir, das es darum geht ein Ritual für die Ahnen und die Natur durchzuführen und dass die Polizei zugestimmt hätte die Maori für die Zeremonie aufs Gelände zu lassen. Dann die Überraschung: Die Polizei zieht ihr Angebot zurück und wir stehen vor ihrer Absperrung. Es werden friedlich Lieder gesungen und ein paar der Maori Chief’s halten Ansprachen in denen sie immer wieder ihr Anliegen betonen Frieden zu wahren und ihr Ritual durchführen zu dürfen.

Schließlich teilt sich die Gruppe auf und anstelle der Straße umgeht der Zug die Absperrung über die Felder. Wir sind so viele das es unmöglich für die Polizei war und aufzuhalten. Schließlich kommen wir ab Berg an und es gibt eine kurze Zeremonie bei der ich auch zum ersten Mal einen Waka (=mori Kriegstanz) beobachten kann. Beeindruckend ist das in der ersten Reihe überwiegend junge Frauen stehen. Ohne es genau zu wissen habe ich das Gefühl das ihr en eine besondere Bedeutung zugeschrieben wird. Nach dem Motto: „Ihr seit unsere Zukunft“ oder etwas in der Art.

Nach den Spaziergang mache ich mich auf den Rückweg. Schließlich muss ich am nächsten Tag wieder arbeiten. Isabel möchte gerne noch ein wenig hier verweilen und so mache ich mich auf den Rückweg. Immer noch die Melodien der Maori Songs im Kopf.