Nach einem fruchtigen Frühstück vom Markt machen wir uns mittags auf zu einer Wanderung zu einer Gedenkhöhle.

Nach einer knappen Stunde laufen sind wir ziemlich platt, es ist die heißeste Zeit des Tages und einfach die blödeste Zeit zum laufen. 2 Kilometer vorm Ziel machen wir eine Obst und Wasserpause, wir kommen kaum wieder hoch, Finn sehnt sich nach Baden und ich nach Eiskaffee.. Beides hier utopisch.

Wir laufen keine 200 Meter weiter und plötzlich lesen wir das Wort Pool! Wir schauen völlig verdutzt als da mitten im winzigen Dorf ein großes Schwimmbad steht und: wir sind die einzigen Gäste!

Als der Kellner kommt, englisch (!) spricht und sogar Eiskaffee hat(!!) bin ich völlig seelig! Das Schwimmbad ist nichtmal auf maps.me verzeichnet oder in meinem Reiseführer erwähnt (dabei ist der von 2019!) und glauben total an die Ohren des Schicksals. Erkenntnis des Tages schon mittags:
Achte auf deine Gedanken sie werden deine Wirklichkeit.

Später kommen ein paar Einheimische dazu. Wir sind hier für die Menschen so exotisch das sie mit uns Selfies machen wollen 😅

Am späten Nachmittag setzen wir unsere Wanderung fort, schlagen zwei Einladungen zum Reisschnaps trinken aus…

.. und nach einer weiteren guten halben Stunde zu Fuss erreichen wir unser Ziel: die Ban Piu Höhle.

Die Höhle ist ein wichtiger Gedenkort für die Laoten. Sie galt als letzter sicherer Zufluchtsort im Krieg, fungierte zudem als Lazarett und vor allem Frauen und Kinder suchten dort Schutz. Tagsüber versteckten sie sich dort, nachts gingen sie raus, über Jahre kein Tageslicht.

Die Höhle wurde dreimal von der US Armee angegriffen, beim dritten Mal verbrannten dort 374 Menschen.. Das Datum 24.11.1968 ist seitdem ein Nationlfeiertag in Laos. Es gibt über das Ereignis nichtmal ein Wikipedia Eintrag.

Am Eingang der Höhle sind zum Gedenken viele Steine zu Türmchen aufgerichtet, einige Räucherstäbchen und Kleine Gaben wie Kekse, Wasser oder Zigaretten liegen darauf.

Es geht sehr tief in die Höhle hinein, ausgerüstet mit Stirnlampen wagen wir uns etwas hinein, wir laufen soweit bis wir nichtmal mehr Tageslicht sehen, irgendwann ist die Energie hier mir zu stark seltsam das ich zurück und raus muss. Was ein Ort.

Nachdenklich machen wir uns auf den Weg zurück. Unterwegs hält neben uns ein Moped mit zwei Männern, einer davon ist ein Mönch, etwa in unserem Alter, er will unsere Namen wissen, gibt uns die Hand, bedankt sich bei uns und fahren weiter. Wir haben keine Ahnung was das war aber es hatte eine Magie für sich.

Beim Essen bekommen wir eine Nachricht Alex, unserem netten Host von dem Hof am Fluss nahe bei Kasi: Schweizerin Katja wäre nun dort angekommen und hat unsere Grüße tatsächlich ausgerichtet, ha wie super, nach unserem Treffen ist sie nächsten Tag gleich dorthin gefahren – das Backpacker Netzwerk funktioniert also bestens.
Abends stellen wir uns an die Straße für den Nachtbus der angeblich zwischen 22-23 Uhr kommen soll, hörten wir…. Wir stehen dort also mit gepackten Sachen und warten..

Immerhin einer halben Stunde bekommen von 2 Frauen unabhängig voneinander gesagt der Bus kommt 4 Uhr und das wir schlafen gehen sollen. Wir vertrauen auf die Aussage und tuen genau das.