Wir wollen uns heute einen im Krieg zerstörten Tempel in dem der 30 Kilometer entfernten ehemaligen Königsstadt Muang Khoun ansehen. Die Ruinen des Tempels aus dem 14. Jahrhundert haben hier als Kriegsmahnmal eine grosse Bedeutung.

Spannend finde ich, dass man die Struktur der alten Bauweise durch die Zerstörung sehen kann.

Als wir uns auf dem Gelände der Tempelanlage umsehen sehen wir in einem Gebäude viele Menschen die auf dem Boden sitzen und zusammen essen, es sieht aus wie eine Zeremonie und wir werden prompt dazugewunken. Einer von ihnen spricht sehr gut englisch und erklärt uns, daß sie einmal im Jahr ein Fest feiern um die Urahnen zu ehren. Dazu fahren sie in das Dorf ihrer Eltern wo sie gross geworden sind. Es ist zugleich auch ein Familientreffen. Wir kommen kaum zum Fragen stellen weil wir ständig aufgefordert werden was anderes zu probieren zu essen. Zwischendurch läuft ein Hund durch den Tempel – und keinen stört es.

Wir erfahren dass heute zunächst eine Zeremonie mit Gebeten stattfand, im Anschluss zunächst der Mönch isst und dann die anderen Teilnehmer. Wir stellen einige Fragen über das Leben hier, wir erfahren mehr über die grosse Gastfreundschaft gegenüber Fremden. Zb Das sie aus der Zeit stammt in der es kaum Straßen gab und alles gelaufen wurde, abends klopfte man irgendwo im Dorf, bekam Essen und eine Unterkunft und nächsten Tag ging der Weg weiter. Der Mann, der uns das erzählt ist um die 40 und hat das als Kind noch selbst erlebt..wir fragen wie er den Krieg erlebte, er war damals 2 Jahre und mit seiner Familie zu Fuss auf der Flucht nach Vietnam – paradoxerweise also ins eigentliche Kriegsland – wo weniger Bomben fielen. Wieder sind wir völlig überrascht wie offen man dennoch fremden Personen ist und sie sogar auf Familienfeiern einläd.

Beeindruckt wollen wir weiter in ein nahegelegenes Weberdorf, wir finden es allerdings nicht und landen in einem sehr einfachen Dorf wo es zwischen Reisfeldern nur ein paar Holzhütten zum Wohnen gibt und weder Läden noch sonst was.

Bei diesem Foto in die Ferne bemerken wir einen älteren Mann beim bauen von etwas.

Wir gehen näher und sagen nett ‚Savadi‘ – Hallo und schauen ihm zu wie er aus einfachen Mitteln ein Gewehr bastelt. Der Mann lacht wahnsinnig viel und herzlich.

Wir hocken dort nur wenige Minuten und bekommen gleich Wasser und Hocker angeboten. Wie wir da so weiter zuschauen kommt schließlich eine ältere Frau dazu, dann Tochter eins mit Baby dann Tochter zwei mit Baby. Schließlich sitzen wir in der Familienrunde und Finn holt eine Packung Kekse raus und teilt sie unter allen auf. Ich beginne der Familie Fotos unserer Reise zu zeigen und schließlich bekommen wir natürlich gleich zweimal Essen angeboten. Wir lehnen ab und beschließen weiter zu fahren aber nicht ohne vorher noch ein Erinnerungsfoto mit allen zu machen.

Wir empfinden viel Dankbarkeit für die tolle Gastfreundschaft hier.

Danach schauen wir uns noch die drei Stupas des Ortes an, einst waren sie golden und lassen den ursprünglichen Reichtum der ehemaligen Königsstadt erahnen.

Der Ort ist so bedeutungsvoll das hier einige Asiaten sich in traditionelle Kostüme umziehen und fleißig Fotos von sich machen.

Auch hier sind noch einige Zeugen des Krieges zu finden.

Noch ein kurzer Foto Stopp am neuen Tempel des Ortes.

Vorbei an zahlreichen Reisfeldern geht’s schließlich zurück nach Phongsavan..

… wir haben Hunger und wollen wieder auf den Nachtmarkt zum hot pot essen, am Hostel lernen wir noch die nette Schweizerin Katja kennen die wir gleich einladen mitzukommen. Zu Dritt haben wir viel zu lachen und zu erzählen, Katja ist zarte 19, hat ebenfalls eine Laos/ Vietnam Reise vor und im Anschluss danach sogar noch eine Fahrt vor mit der transsibirischen Eisenbahn.. Wow, was eine spannende taffe Begegnung, ihre Reise werde wir gern online in Ihrem Blog weiter verfolgen.
Nachtrag: beeindruckende Baugerüste aus Bambus
