Wir sind mutig und leihen uns heute wieder Roller aus.

Da es hier so extrem staubig ist fragten wir gestern eine Frau wo man so einen Mundschutz kaufen kann, statt es uns zu sagen schenkt sie uns prompt zwei und wir können es erstmal nicht glauben. Hier sind die Straßen jedenfalls deutlich besser und das Fahren macht mehr Spaß.

Heute steht die Besichtigung von mindestens 2000 Jahre alten mystischen Tonkrügen an.

Über die genaue Verwendung der grossen Behältnisse sind sich die Forscher nicht ganz sicher. In manchen sind Reste von menschlicher Asche gefunden worden sowie Beigaben aus Ton und Perlen.

Laut Sage sind es Trinkgefäße von Riesen…

Die Gegend in der wir nun sind ist besonders stark vom Krieg betroffen, sodass man nicht drum herum kommt sich auch mit diesem Thema stark zu beschäftigen. Vor 40 Jahren sind hier in Laos so viele Bomben gefallen wie im gesamten 2. Weltkrieg!

Es ist seltsam einen so spiritueller Ort zu erleben und zugleich zwischen Bombenkratern zu laufen..

Auf dem Gebiet von ‚Site 1‘ stehen immerhin noch 334 solcher Gefäße, 100 davon sind hier aber durch den Krieg zerstört worden. Allein auf dem Gebiet der uralten Gefäße wurden 127 Bomben ausgegraben.

In der Mitte des Gebietes steht ein Berg mit einer Höhle, sie ist mit dem Lichtstrahl super mystisch, es ist ein historisches Kramatorium…


..einige Räucherstäbchen brennen hier zu Ehren des Ortes und verströmen einen sehr angenehmen Duft und sorgen für eine spannende Atmosphäre in der wir uns länger aufhalten.

Wir fahren weiter zum zweiten Bereich (Site 2) wo weitere 91 Gefäße liegen. Auf dem Weg kommen wir an einem russischen Panzer vorbei…


Die Gegend hat eine ganz seltsame Ausstrahlung… Nicht nur die Zeugen des Krieges inmitten der uralten Relikte sondern auch das wir hier kaum Menschen treffen, überall aber neue Gebäude gebaut werden und alle 500 Meter überdimensionierte Tankstellen mitten im nichts stehen.. Ganz seltsame Energie die hier mitschwingt.

Bei ’site 2′ sind unfassbare viele Raupen unterwegs mit tollen Frisuren.

Auf dem Gebiet von ’site 2′ stehen zwar nur 91 Krüge aber schöner unter alten Bäumen gelegen.


Hier sogar ein Deckel mit klarem Muster, manche wurden angeblich sogar lebendig begraben.. Aber die Meinung der Archäologen gehen hier weit auseinander…

Wir sehen hier ein Schild zum Thema Bombenräumung. Die Organisation MAG ist der größte Arbeitgeber des Landes und räumt die Bomben.. Verschiedene Geldgeber zahlen diese Organisation nicht aber die USA…

270 Millionen Bomben wurden über Laos abgeworfen. 30 % davon sind nicht explodiert, das bedeutet 80 Millionen Bomben. Hier querfeldein zu laufen ist daher keine gute Idee.

Dennoch machen wir eine 2 stündige Wanderung durch das Wald und Felder..

…kurz bevor wir beschliessen von unserer Wanderung umzudrehen kommt ein lauter Schrei von Finn und flinke Füsse zurück… Da ist echt ne Schlange vor ihm auf den weg gesprungen und die war gar nicht mal zu klein.. Fuu.

Auf der gesamten Wanderung treffen wir nicht einen Menschen… Dafür aber Raupen wo man hinsieht und das in allen Stadien.


Auf der Rückfahrt zur Stadt machen wir Halt an einem grossen Monument das wir schon von weitem sahen. Es ist in Bau dennoch wollen wir einen Blick von oben auf die Region haben. Der Weg nach oben ist fruchtbar, viel loses Geröll und ich bin eigentlich dagegen da mit dem Roller hochzuackern. Irgendwie doch oben angekommen schauen wir nicht schlecht über den Anblick des halb fertigen Buddhas.

Das sieht man auch nicht alle Tage. Später soll noch ein sitzender Körper dazu und das ganze dann auf den Sockel dahinter. In 2 Monaten (Juni) soll der Bau fertig sein, na ob sie das schaffen..

Am Berg sitzen drei Männer, einer davon ist ein Mönch. Der kann sogar deutsch und wir sind überrascht. Er wäre sogar der Klostervorsteher und der Mann daneben der Bürgermeister des Ortes. Okeee. Deutsch kann er, weil er in der DDR zum Elektrostudium war, dort hat er sogar eine Frau und einen Sohn in unserem Alter. Nach dem Studium musste er aber zurück in seine Heimat. Er zeigt uns sogar ein Foto seiner Studiumsklasse und haben haben das Gefühl er vermisst diese Zeit sehr, wir fragen ihn warum er Mönch geworden ist, so richtig bekommen darauf keine Antwort aber wir können sie uns irgendwie vorstellen. Wir fragen uns zwischendurch ob wir ihn jetzt Sietzen müssen oder das Du nehmen, wir entscheiden uns fürs Du auch wenn es sich Anfangs komisch anfühlt. Wir sprechen mit ihm über den Krieg und über die immernoch bestehende Grenze im Kopf zwischen Ost- und Westdeutschen. Schließlich kommt ein Van vorgefahren. Es steigen ein Fahrer und zwei junge Mönche aus die beide keine 10 Jahre sind. Ich frage den alten Mönch ob die Familie oder die Kinder selbst den Weg ins Kloster wählen und erfahren das die Kinder selbst den Wunsch haben den Weg Buddhas einzuschlagen und jederzeit gehen können. Schließlich wird gegrilltes Fleisch auf Spiessen gebracht und uns sofort angeboten, wir uns lehnen zwar dreimal ab aber haben damit keine Chance, uns wir bekommen das Gefühl ablehnen wäre unhöflich und nehmen das Essen doch an. Erst hinterher begreife ich das die Runde nicht gemütlich zusammen vorhatte zu essen, sondern das der Bürgermeister Geschenke an den Tempel bzw die Mönche brachte weil das seiner Familie Glück bringt und DAS wurde uns angeboten. oha. Sowas kann man echt nicht planen. Sowas passiert.

Das war eine sehr spannende Begegnung und sind eingeladen jederzeit wieder zu kommen, für heute wird es aber bereits dunkel und der Weg geht steil bergab und ist nicht geteert.
Sehr müde und voller Eindrücke gibt’s noch Essen (was. leider diesmal nur durchschnittlich war und mal in nem einfachen Restaurant ist, wir zahlen ganze 12€ und werden total abgezockt, denn das ist das dreifache des normalen Preises), Tagebuch tippen und ab ins Bett die vielen vielen Eindrücke verarbeiten.