Irgendwo im nirgendwo auf Höhlenforschung

Am Morgen werden wir von lautem Hahnengekrächtze geweckt. Es ist nebelig und unfassbar kalt an diesem Morgen.

Die Dusche hat nur kaltes Wasser und ist bei 10 Grad eine echte Überwindung. Wir haben hier nichtmal ein Wasserbecken und mögen es dennoch hier zu sein.

Finn wollte unbedingt hierher um mit den Leuten auf dem Land in Kontakt zu kommen. Heute haben wir Lust zu wandern und uns dafür einen Guide gebucht.

Am Abend zuvor hatten wir noch im Reiseführer von einer sehenswürdigen Tropfsteinhöhle gelesen, für die man sich aber ein Guide buchen sollte und zudem 35 Kilometer weg ist. Wir fragen uns noch woher wir den bekommen sollen.

Am Morgen wird uns klar das wir zwei Männer mit Motorrollern gebucht haben (welche Bekannte des Hofes sind und beide vom Vortag schon kennen) die uns zu einem. Wasserfalll und einer Höhle fahren wollen. Unsere Wunden tun nur noch ein wenig weh, hier und da zieht es noch – also frisch wieder auf einen Roller aber diesesmal lassen wir uns fahren.

Als ich mit meinem Fahrer vorfahre und irgendwann auf einer langen geraden Strecke Finn nichtmal mehr erahnen kann werde ich etwas nervös aber mein Bauchgefühl ist in Ordnung Seltsamerweise, trotz dem Reinfall gestern.

Bei einer Raucherpause meines Fahrers komme ich ins Gespräch mit einem Laoten der in der DDR Gastarbeiter als Berufsschullehrer war und das in Weimar! Schließlich rauscht Finn mit seinem Fahrer an uns vorbei und alles ist wieder entspannt.

Die Landschaft durch die wir fahren ist der Hammer…

Als uns am Ziel bewusst wird das wir zufällig tatsächlich vor dem Tor total versteckten Tropfsteinhöhle stehen freuen wir uns sehr!

Ein kurze Dschungelwanderung über kaputte Brücken und Wasserfälle…

Ein Foto am doppelten Wasserfall..

Und dann geht’s 261 hohe Stufen hoch zum Höhleneingang.

Oben wartet eine Laotische Familie schon darauf das unsere Guides aufschließen..

Und die Höhle hat sich wirklich gelohnt zu besuchen!

Innen ist wenig Licht aber wir sind bestens ausgerüstet mit Stirnlampen.

Sowas von tolle Formationen im Gestein!

Schließlich geht’s auf den Motorrollern zurück Richtung Unterkunft, auf dem halben Weg machen wir ein Stopp an einem leckeren Straßenimbiss. Es steht wie meist nur die Frage im Raum ‚with or without meat?` wir sind mutig und probieren es mit dem Büffelfleisch in der Suppe.

Das Fleisch schmeckt recht zäh und unaufregend aber sie Suppe selbst ist der Hammer. Es ist ein recht lautes geschlürfe am Tisch (aber anders kann man Suppe mit Stäbchen aber auch wirklich leise essen) und hinterher liegen überall Reste von den Kräuter rum, aber es ist ja hier völlig normal. Das man am Tisch immer eine Schale mit 3-4 Sorten an frischen Kräutern (zb Minze, Salat und Koriander) zum würzen stehen hat finden wir super.

Finn erzählt mir das es in ganz Laos keinen einzigen Supermarkt geben soll, dafür aber an jeder Ecke Straßenküchen mit allem möglichen denkbaren essen was frisch zubereitet wird.

Nach dem 6,5 Stunden Ausflug sind wir sowas von total platt und lassen unsere Seele in den Hängematte baumeln. Wir sind froh den Guides und dem Ausflug heute vertraut zu haben, zudem sind sie wirklich sehr sicher gefahren und wir haben viel gelernt.

Gestern hatten wir das schöne Thema unter Backpackern das es im extrem Fall ein schönerer Gedanke wäre auf einem Abenteuer umzukommen als zu Hause auf dem Sofa an einem Kartoffelchip zu ersticken… Klingt auch einfach uncooler. Wir wollen lieber unser Leben genießen und intensiv leben anstatt in einer vermeintlichen Sicherheit zu leben und am Ende fest zu stellen das man das wirkliche Leben verpasst hat.

Am Abend sitzen wir wieder alle zusammen beim Abendessen, unsere Zimmernachbarn – die 2 französischen Tänzer sind weiter gezogen, nun sind zwei deutsche Mädels in unserem Alter angereist – allerdings sind beide Gehörlose. Die Brasilianerin, Polin und Alec unser Host aus Uruquai und wir sind anfangs ein bisschen verunsichert wie an nun kommunizieren soll, aber innerhalb von wenigen Minuten werden Zettel und Stift organisiert und viel gegenseitig aufgeschrieben. Ich frage die beide noch ob das Reisen schwer für sie wäre – wo wir ja manchmal schon mit dem englisch probleme haben was nicht alle sprechen, aber sie sagen es wäre nicht sonderlich kompliziert.

Am Ende des Abends sitzen wir in einer großen Runde und spielen alle mit UNO Karten, mit dabei auch die zwei kleinen Jungs des Hofes, da wir alle kein Laotisch können und die Jungs auch kein Englisch wird eh mit Händen und Füssen kommuniziert und es ist verrückt wie viel wir beim spielen gelacht haben und wir beim spielen auch gleich einige Wörter in Gebärdensprache gelernt haben, zb die Farben,.. Man wird zudem so kreativ, es ist ein spannender Abend und vor dem zu Bett gehen umarmen wir uns warmherzig, toll was die beiden für eine Frohnatur sind!

Welche besonderen Menschen man doch alles auf Reisen trifft!

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