Abenteuerliche Reise in den Süden – und die Zuversicht irgendwie geht es immer weiter

Am Morgen sind wir knapp dran und stellen dann fest – wir haben uns unnötig beim Frühstück beeilt, denn unser Mini Van holt uns eine halbe Stunde zu spät ab. 1,5 Stunden brauchen wir um alle 11 Mitfahrer in der Stadt abzuholen.. Als wir eigentlich schon voll besetzt sind muss noch eine Person mit, der Fahrer schaut kurz irritiert als er sieht das kein Platz mehr frei ist und fängt an den gesamten Kofferraum leer zu räumen, einen dort verstecken Sitz umzuklappen und das gesamte Gepäck in die Gänge und unter die Sitze zu stopfen, wir staunen und lachen viel und: keiner hätte das erwartet, aber es funktioniert.

Die Straßen sind der Hammer… Mit maximal 50 km/h hoppeln wir über wirklich jedes der vielen Schlaglöcher auf der Straße, richtig schlafen ist so eh unmöglich, aber die Stimmung und Gespräche auf der Fahrt sind gut. Da es mein erstes Mal backpacking ist bin ich überrascht wie viel wir ins Gespräch mit anderen Reisenden kommen.

Nach 2 Stunden Fahrt gibt es endlich eine 10 Minuten Pause, die Kurven sind eine Herausforderung für meinen Magen, zudem gibt es ein Fahrzeugwechsel in ein Auto mit viel weicheren Sitzen, welch Wohltat… Reisende, Gepäck und Reissäcke umlanden..

Durch neue Sitznachbarn eröffnen sich wieder neue gute Gespräche auf der langen Fahrt durch das Hochland. Hier werden die Straßen teils wirklich gefährlich und nicht jeder Fahrer bekommt das hin.. uha.

Schließlich steigen Finn und ich an einer Kreuzung irgendwo im nirgendwo aus, denn wir wollen aufs Land (statt weiter in die nächstgrössere Stadt Vang Vien welche ca. 1 Stunde entfernt ist).

Mit unserer Unterkunft ist dies als Treffpunkt verabredet und unser Mini Van Fahrer ruft auch mehrfach bei unserem Vermieter an aber keiner geht ran, dabei ist ein kostenloser Shuttleservice inclusive und 3,5 Kilometer laufen ist in der Hitze mit dem Gepäck alles andere als schön. Irgendwie sind Finn und ich zuversichtlich und sicher das wir schon irgendwie ein Weg finden hier weg zu kommen. Aber vorher haben wir super Hunger und bestellen eine kräftigende gute Suppe.

Schließlich dürfen wir das Telefon vom Straßenimbiss benutzen (wir haben selbst ja nur Laotisches Internet aber keine Sprachminuten.) Unfassbar wie wir uns über dieses staubige Gerät freuen, aber wieder keiner geht ran. Zwei andere Backpacker sitzen im selben Imbiss mit dem gleichen Problem.

Zwischendurch habe ich eine Mail an unseren Vermieter gesendet, unsere neuen Bekannten erreichen ihren Vermieter und wir hoffen mit ihnen mitfahren zu können da wir alle in die gleiche Richtung müssen. Die beiden witzeln noch, dass sie bestimmt mit Motorrollern abgeholt werden.. Irgendwann steht ein Mini Van vor dem Imbiss und die Betreiber rufen uns zu dass das unser Auto sei. Für unsere neuen Bekanntschaften kommt fast Zeitgleich ebenfalls der Shuttleservice… Und es sind zwei Männer auf zwei Rollen, wir lachen alle herzhaft, ja man soll über das Schicksal keine Späße machen.. Finn ist etwas neidisch und sagt er wünschte wir wären mit Roller abgeholt worden er würde gern tauschen..

Finn hilft unserem Fahrer noch ein Sack Zuckerrohr ins Auto zu laden und weiter geht’s über eine noch schlimmere Huckelpiste im Schritttempo – aber wir nehmen es mit Humor.

Schließlich landen im falschen Hostel, der Fahrer weigert sich uns zurück ins richtige zu fahren und will trotzdem Geld. Im falschen Hostel haben wir wieder in gute Gespräche, schließlich bekommen wir einen Shuttle organisiert, die vom Hostel rufen irgendeinen Bruder unserer Unterkunft an: und es kommen zwei Männer auf zwei Motorrollern… Ja man sollte aufpassen was man sich wünscht… also Rucksäcke auf und wir düsen weiter auf abenteuerlichen Feldwegen zur Unterkunft..

Hier werden wir sehr nett empfangen., unter anderem vom schnuffigen Hofhund den Finn auf den Namen ‚Leo‘ tauft.

Wir bekommen sofort essen hingestellt und nutzen im Anschluss noch die restliche Sonne des Tages um in den Fluss direkt an der Unterkunft zu hüpfen, es ist herrlich erfrischend und der Abend klingt in der Hängematte aus, was ein verrückter Backpacker Tag.

Für die 140 Kilometer brauchten wir 6,5 Stunden, aber was ist hier schon Zeit. Meine Armbanduhr habe ich eh bereits am ersten Tag in Laos abgelegt, die nützt hier nämlich eh wenig.

Am Abend wird in der Unterkunft für alle gekocht, alle sitzen auf dem Boden und essen zusammen. Ein Blick in die Küche..

Wir stellen fest dass die nette Polin die hier gerade arbeitet auch eine Kamerafrau ist und mit grossen Augen folgt sie unseren Geschichten vom Kreuzfahrtschiff wo Finn und ich ja auch an der Kamera arbeiten. Mal sehen vielleicht wird sie eine zukünftige Kollegin, Adressen sind jedenfalls getauscht.

Am Abend führen Finn und ich herrliche philosophische Gespräche über Buddha und die Welt und das Leben an an sich, worauf kommt es im Leben an, wo wollen wir hin, was braucht man wirklich… Und die Erkenntnis:. Irgendwie geht es immer weiter.

Das schönste Zitat heute einer Backpackerin:

„Reisen macht dich erst sprachlos und dann zum Geschichtenerzähler.“

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