Pass, Tempel, Tod, oder einfach nur Chaos. Sowohl im positiven wie im negativen.
Nach einem Frühstück um die Ecke brachen wir zu Fuß zur nächsten Polizeistation auf.

Kurz vor der Polizeistation die erste Überraschung des Tages. Finn – Halvar’s Telefon klingelt. Am Apparat das Tuk Tuk Hostel. Sie haben tatsächlich Finn – Halvar’s Pass gefunden. Er war wohl unters Bett gerutscht. Komisch bloß das wir beide mehrmals genau dort auch geschaut hatten und ihn beide nicht gesehen haben.
Da haben wir wohl Schwein gehabt und der gute Geist des Universums war auf unserer Seite.
Nun können wir uns die ganzen Scherereien sparen, die wir ansonsten gehabt hätten wenn wir zur Botschaft hätten fahren müssen.

Somit konnten wir uns entspannt die Tempelanlage des Wat Po ansehen. Wahnsinn wie groß der ganze komplex ist. Aber leider auch sehr von Touristen aus aller Welt überlaufen. Nicht zu letzt, weil es hier den großen liegenden Budda gibt.

Die ganzen Menschenmassen stören uns, und uns wird klar, dass wir der Religion und den Tempelanlagen wohl eher näher kommen, wenn wir Tempel abseits der Touristenströme besuchen, um die Ruhe für einen Moment des innehaltens und der Andacht zu finden.

Gestärkt durch den Saft einer Kokosnuss, die wir uns teilen, machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Hostel. Quer durch Bangkok einfach dem Navi nach. Finn stolpert dabei auf den steinigen Gehwegen häufiger als dem Lischen lieb ist.
Wo hast du bloß deine Aufmerksamkeit sieht Finn in Ihren vorwurfsvollen aber Lieben und besorgtem Blick.

Ich denke Finn-Halvar hat einfach einen starken immer wachsamen Schutzengel. Naja vielleicht auch eine ganze Armee wirft Lisa ein. Wir laufen also auf dem Rückweg abseits der Hauptstraßen und kommen so über einen dunklen geschlossenen Markt, über eine Bahnstrecke, als auch an einem kleinen ruhigen Tempel vor dem Kinder in der Abendsonne mit einem Springseil spielen. Eine idyllische Stimmung!

Nach einer kurzen Pause im Hostel wollte Finn-Halvar noch gerne in eine Skybar namens „Haven“ um sich dort zusammen den Sonnenuntergang über Bangkok bei einem kühlen Cocktail anzuschauen und den Tag ausklingen zu lassen. Danach noch direkt unter der Skybar etwas kleines essen zu gehen und dann zurück zum Hostel. Soweit der Plan.

Die Realität: Wir stressen uns , weil wir den Sonnenuntergang noch sehen wollen und zu knapp dran sind. Als wir endlich im Einkaufscenter „Central World“ angekommen sind irren wir umher auf der Suche nach dem richtigen Fahrstuhl der auch ganz nach oben in die Skybar fährt.
Finn-Halvar meint er wäre hier vor 2 Jahren schon gewesen. Und auch damals wäre es schwer gewesen den richtigen Fahrstuhl zu finden. Diese riesigen Einkaufscenter bleiben einfach Labyrinthe oder sollte man sagen Monster unserer heutigen Zeit? Nachdem Lisa erstmal ihren gröbsten Hunger mit einem Hefebällchen mit Käse/ Schinkenfüllung(übrigens nicht so lecker wie erhofft 😅) gestillt hat, finden wir nach einigen hin und her an der Information heraus, dass es die Skybar leider nicht mehr gibt.
Finn – Halvar ist enttäuscht und müde. Und Lisa denkt sich, jetzt wäre der richtige Moment zu schreien, bewahrt aber erstaunlich viel Ruhe!
Gemeinsam geht es auf den Rückweg zum Hostel. Dort essen wir noch üppig und sehr lecker an der nächsten Straßenecke und besprechen die Pläne der nächsten Tage.
Wir merken das wir uns zunehmend nach Ruhe sehnen und es für uns Zeit wird den Trubel Bangkoks zu verlassen.
Und dann kommt Sie die Überraschung des Tages und haut mich, Finn-Halvar, komplett aus der Bahn. Eine Freundin schreibt mir über SMS das mein Ausbilder, Roland Mayer, Donnerstag Nacht verstorben ist. Ich kann nicht mehr und muss erstmal weinen.
Er war ein Mensch der mir viel mit auf den Weg gegeben hat. Nicht nur beruflich, sondern oder besonders als Mensch. Den ich sehr lieb gewonnene habe. Den ich dankbar bin. Roland war einfach für mich immer ein Herzensmensch. Und umso mehr erschüttert es mich das er nicht mehr unter uns weilt. Ich wäre jetzt gerne in Bremen bei Amiria und Barbara und all den Menschen mit denen Roland gearbeitet hat und die schon (fast) so etwas wie eine große Familie für ihn waren.
Danke Lisa fürs Dasein! Für das Zuhören! Und das mich in den Arm nehmen!
Ich bin dankbar,dass du mit mir unterwegs bist. Nicht nur heute, sondern vom ersten Moment. DANKE!
